Das Neueste

21. April 2012

Die Konferenz des BMWi in Alba Iulia zur 10jährigen Partnerschaft war erfolgreich, wie die Partnerschaft überhaupt: http://t.co/q1T2lXXL

21. März 2012

Der PSB-Vertrag ist unterzeichnet. Die ManCom ist ab 30.3.12 wieder Partnerschaftsbeauftragte des Landes Brandenburg für die Region Centru.

In aller Kürze

04.05.2012

Zentral-Rumänien gilt als Vorzeigeregion

Partnerschaft mit Brandenburg besteht seit zehn Jahren - ein GTaI-Artikel. Mehr ...

12.01.2012

Wirtschaftstrend Rumänien

Die Germany Trade and Invest veröffentlichte den Wirtschaftstrend für Rumänien (Jahreswechsel 2011/12). Der Bericht ist im Downloadbereich vorhanden.

02.11.2010

Informationsflyer: Land Brandenburg - Region Centru

Mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten Land Brandenburg hat die Partnerschaftsbeauftragte zwei Flyer erstellt. Gedruckte Exemplare können Sie bei der ManCom anfordern (Kontakformular), Netzversionen gibt es im Downloadbereich.

Visionäre zu Besuch im Energieland Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus-Peter Krüger   

Avrig (dt. Freck), eine Stadt in Rumänien im Kreis Sibiu, hat eine Vision: Sie will die erste rumänische Stadt der erneuerbaren Energien werden. "Avrig wird bis 2020 eines der Referenzzentren zur Nutzung von erneuerbaren Energien und bis 2030 energieunabhängig." So hat es der Stadtrat in seiner Vision beschlossen.

Anlässlich der ersten Brandenburger Wirtschaftstage in Centru, die u.a. das Thema der erneuerbaren Energien ins Zentrum rückten, war die Wirtschaftsdelegation aus Brandenburg in Begleitung der Partnerschaftsbeauftragten in Avrig/Freck und hat sich die Vision vorstellen lassen. Die Diskussion der Brandenburger Praktiker und Investoren mit den Visionären zeigte sehr schnell, dass das Energieland Brandenburg mit seinen reichhaltigen Erfahrungen bei diesem Prozess ein guter Partner sein kann. Die Partnerschaftsbeauftragte lud deshalb kurzfristig den Bürgermeister (Herr Klingeis, siehe Bild links) und eine ihn begleitende Delegation zu einer Studienreise nach Brandenburg ein.

Bürgermeister Arnold G. Klingeis war nur einen Monat später (am 23. und 24.11.2010) gemeinsam mit dem Direktor der neugegründeten Firma ENEV (örtliche Firma, die die erzeugten erneuerbaren Energien verkaufen soll), Herrn Doru Teodorescu, einer Mitarbeiterin der Firma, Frau Simona Vacarean, einem Mitglied des Lokalrates, Herrn Dan Cermonea, sowie einem deutschen Berater, Herrn Allo Assmann, in Brandenburg.

Zunächst besuchte die Delegation die Bernauer Stadtwerke. Dabei ging es nicht nur um die Erzeugung von Strom oder Wärme auf ökologischer Basis, sondern auch um Lebensqualität. Die erzeugte Energie soll effektiv für die Gemeinde und die dort lebenden Einwohner genutzt werden. Die referierenden Vertreter der Stadtwerke zeigten auf, dass

• kommunale Interessen in der Arbeit Vorrang haben,

• es um eine eigenständige Entwicklung der Stadt geht,

• Anforderungen der Daseinsvorsorge für Bernau im Mittelpunkt stehen.

In der Summe: die Daseinsvorsorge hat einen höheren Stellenwert als die Rentabilität. Das nützt dem Bürger.

Der Bürgermeister von Treuenbrietzen, Herr Knape, berichtete in einem weiteren Termin zu Recht stolz, dass seit dem 29.10.2010 der Ortsteil Feldheim, die erste Ortschaft in Deutschland ist, die tatsächlich energetisch autark ist. Den rumänischen Gästen wurde das Konzept vorgestellt; die Umsetzung des Konzeptes und deren spannende Geschichte erläutert.

Da wo Feldheim jetzt steht, will Avrig/Freck hin. Neben technischen Fragen ging es in dieser Diskussion auch um politische Aspekte wie die Einbeziehung der Bürger in einen solchen Prozess. Herr Knape erläuterte nicht nur das bereits Geschaffene, sondern sprach über die neuen Ziele. Das sind das Neue-Energien-Forum Feldheim, die Schaffung von Energiespeichern in Feldheim und die Erweiterung des Feldheimprojektes auf die Stadt Treuenbrietzen. Ein neues Projekt ist u.a. die Schaffung eines internationalen Netzwerkes der Energiestädte Europas. Dafür böte sich Avrig/Freck in Umsetzung der Vision mit an.

Da Avrig/Freck in seiner Vision basierend auf den konkreten Bedingung vor allem auf Biogasanlagen und Solarenergie setzen wird, hatte die Delegation Gespräche mit deutschen Investoren und Firmen für diese beiden Gebiete. Eine wichtige Frage dabei war, ist und bleibt die nach den gesetzlichen Rahmenbedingungen und den damit verbundenen Sicherheiten. Für Investoren gibt es inzwischen in Rumänien die lang erwartete Regelung zur Förderung von "grüner Energie". Am 09.07.2010 wurde das Gesetz (139/2010) zur Änderung und Ergänzung des Gesetzes (220/2008) zur Förderung der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen („EEG“) veröffentlicht. Erneuerbare Energien werden durch einen Zertifikatehandel gefördert.

Quelle Bedingung Anzahl der
Grünzertifikate
je MWh
Wasserkraft (Anlagen kleiner 10 MWh) Kraftwerk neu gebaut 3
Kraftwerk modernisiert 2
Kraftwerk nicht modernisiert 0,5
Windkraft bis 2017 2
ab 2018 1
Biomasse, -flüssigkeit, -gas, Erdwärme,
Gase aus der Abfallverwertung, Gase aus
dem Gärungsprozess von Klärschlamm
aus Abwasseraufbereitungsanlagen
3
Sonnenkraft 6

(Quelle: Gesetz 139/2010)

Die Mindest- und Höchstkaufpreise auf den Märkten für Grüne Zertifikate sind laut Gesetz bis 2025: 27,- bzw. 55,- €. Ab 2011 wird der Preis durch die ANRE (Staatliche Regulierungsbehörde) jährlich an die Durchschnittsinflation auf EU- Ebene vom Dezember des Vorjahres angepasst. Stromlieferanten, die ihre jährliche Pflichtquote nicht durch die entsprechende Anzahl Grüner Zertifikate nachweisen können, werden für jedes gegenüber dem Soll fehlende Zertifikat je 110,- € zahlen müssen.

Rechtsanwälte und Investoren haben das Gesetz begrüßt, allerdings bedarf es weiterer Rechtsakte und Konkretisierungen. Und die Praxis dieser gesetzlichen Förderung ist noch ausstehend (Siehe Rumänische Wirtschaftsnachrichten. Newsletter der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer. Juli 2010. http://rumaenien.ahk.de). Die Brandenburger Investoren und Firmen ermutigten in den Diskussionen die rumänischen Kommunalpolitiker, sich aktiv in diesen Prozess einzubringen. Es ginge schließlich um ihre ureigensten Interessen.

Abschließend war die Delegation Gast im Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten (MWE) und in der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB). Dr. Möller vom MWE und Herr Meyer von der ZAB erläuterten die Politik und Praxis der erneuerbaren Energien im Energieland Brandenburg. Brandenburg hatte als bestes deutsches Bundesland 2008 erstmals den Energie-Leitstern erhalten. Einen Tag später nahm Ministerpräsident Platzeck die Auszeichnung als bestes Bundesland auf diesem Gebiet zum zweiten Mal entgegen.

Damit schloss sich für die Gäste gewissermaßen der Kreis und Brandenburg sowie seine Firmen boten sich wiederholt als Partner an. "Durch das Treffen und die Diskussionen ergaben sich für uns in Avrig/Freck neue Ideen und viel Wissen. Das wird uns helfen, die Umsetzung unseres Programms "Lokale Energie" professioneller anzugehen, unsere Strategie weiter zu entwickeln und zu verbessern." resümierte der Bürgermeister von Avrig/Freck, Herr Klingeis.

(Geschrieben 01.12.2010)

 


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