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21. April 2012

Die Konferenz des BMWi in Alba Iulia zur 10jährigen Partnerschaft war erfolgreich, wie die Partnerschaft überhaupt: http://t.co/q1T2lXXL

21. März 2012

Der PSB-Vertrag ist unterzeichnet. Die ManCom ist ab 30.3.12 wieder Partnerschaftsbeauftragte des Landes Brandenburg für die Region Centru.

In aller Kürze

04.05.2012

Zentral-Rumänien gilt als Vorzeigeregion

Partnerschaft mit Brandenburg besteht seit zehn Jahren - ein GTaI-Artikel. Mehr ...

12.01.2012

Wirtschaftstrend Rumänien

Die Germany Trade and Invest veröffentlichte den Wirtschaftstrend für Rumänien (Jahreswechsel 2011/12). Der Bericht ist im Downloadbereich vorhanden.

02.11.2010

Informationsflyer: Land Brandenburg - Region Centru

Mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten Land Brandenburg hat die Partnerschaftsbeauftragte zwei Flyer erstellt. Gedruckte Exemplare können Sie bei der ManCom anfordern (Kontakformular), Netzversionen gibt es im Downloadbereich.

Demografischer Wandel in der Region Centru Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolf Beyer   

Der demografische Wandel vollzieht sich in Rumänien ähnlich wie in den anderen europäischen Ländern. Er hat besonders viele Gemeinsamkeiten mit den ostdeutschen Bundesländern, vor allem was den dramatischen Geburtenrückgang nach 1990 und die Abwanderung vor allem auch gut qualifizierter junger Menschen betrifft. Wanderungsziele der Rumänen waren und sind dabei vor allem Deutschland, Spanien und Italien. Die demografischen Folgen sind auch in Rumänien Schrumpfungsprozesse und eine deutliche Alterung der Bevölkerung mit weit reichenden Konsequenzen für alle Politikbereiche.

Umso erstaunlicher war für mich bei meinem ersten Einsatz in der Agentur für Regionalentwicklung der Region Centru in Alba Iulia im Rahmen eines Twinningprojektes der EU im Jahre 2002, dass der demografischen Entwicklung relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Bevölkerungsprognosen für die 6 Kreise der Region waren nicht bekannt. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass es zumindest für ganz Rumänien eine Prognose für den Zeitraum bis 2025 geben würde. Wie sich später heraus stellte, gab es diese Prognose auch für alle Kreise Rumäniens. Es lag deshalb auf der Hand, diese Datenbasis für die Region auszuwerten. Mein Vorschlag für ein entsprechendes Projekt fiel auf fruchtbaren Boden. Unter meiner Anleitung entstand eine Studie, die auf der Basis der demografischen Analyse (Volkszählungen 1992 und 2002) von 1992 bis 2002 die Ergebnisse der Prognose des Nationalen Amtes für Statistik bis 2025 für die Region und seine 6 Kreise ausführlich dokumentierte.
Der Erfolg dieser Studie war beachtlich. Plötzlich interessierten sich auch die Medien für das Thema. Die Presse berichtete, und der Direktor der Agentur gab Interviews im Fernsehen. Es war gelungen, das Thema des demografischen Wandels in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und natürlich auch der Planer zu rücken.

 

Demografische Analyse von 1992 bis 2002 für die Region Centru

Die Analyse der Bevölkerungsentwicklung von 1990 bis zum Jahre 2002 zeigt, dass die Bevölkerungsverluste der Region Centru mit über 320.000 Personen (das entspricht 11,3 %) beachtlich waren und prozentual fast das Doppelte des rumänischen Durchschnittes ausmachten. Auch zwischen den Kreisen gab es erhebliche Unterschiede. Insbesondere die beiden Kreise mit großen Städten innerhalb ihres Territoriums (Brasov und Sibiu) hatten überdurchschnittliche Rückgänge  von mehr als 15 % zu verzeichnen, was vor allem mit der Abwanderung der deutschstämmigen Bevölkerung erklärt werden kann. Deutlich geringer waren die Abnahmen in den eher ländlich geprägten Kreisen Covasna und Mures.
Die Veränderungen der Altersstruktur von 1990 bis 2002 waren gravierend. Die Anteile der Personen im Kindesalter nahmen von 23,8 % auf 17,4 % ab. Gleichzeitig wuchsen die Anteile der Altersgruppen im arbeitsfähigen Alter und im Rentenalter deutlich, wie die Graphik zeigt.

 

Die Bevölkerungsprognose bis 2025 für die Region Centru

Die mittlere Variante der Prognose des Nationalen Institutes für Statistik weist von 2003 bis 2025 einen Rückgang um 240.000 Personen für die Region aus. Das ist mehr als der Kreis Covasna gegenwärtig an Einwohnern besitzt. Der Rückgang entspricht 9,4 % und liegt damit unter  dem  rumänischen Durchschnitt  von 11,5 %. Die größte Abnahme wird mit 16,1 % im Kreise Alba erwartet, die geringste in den beiden Kreisen Brasov (7,5%) und Sibiu (7,0%).
Die Entwicklung der wichtigen Altersgruppen zeigt, dass aufgrund der geringen Geburtenzahlen die Gruppe der Personen im Kindesalter bis 2025 sehr stark abnehmen wird und zwar um fast ein Drittel. Dabei wird es große Unterschiede zwischen den Kreisen geben (Alba:38,7%; Mures: 25,5%). Abnahmen von mehr als 10 % wird es bei den Personen im arbeitsfähigen Alter geben. Dagegen ist mit einem deutlichen Zuwachs (20,5%) bei den Personen von über 65 Jahren zu rechnen. Auch hier wird es erhebliche Unterschiede zwischen den Kreisen geben. Während im Kreis Brasov eine  Zunahme von 42,1% erwartet  wird, beträgt sie im Kreis Alba nur 7,8%.
Von besonderer Bedeutung wird die drastische Abnahme der Altergruppe von 15 bis 24 Jahren um fast 40% sein. Sie wird zu einer starken Verminderung der Studentenzahlen und zu einem gravierenden Mangel an jungen Fachkräften führen.

 

Schlussfolgerungen

Nach der vorliegenden Bevölkerungsprognose des Nationalen Institutes für Statistik wird die Bevölkerungszahl der Region Centru bis zum Jahre 2025 um fast eine Viertel Million abnehmen. Von diesem Schrumpfungsprozess sind alle Kreise betroffen, am stärksten der Kreis Alba Iulia. Gleichzeitig damit setzt sich der gegenwärtige Alterungsprozess der Bevölkerung weiter fort, das heißt, die jüngeren Altersgruppen nehmen ab, die älteren dagegen zu.
Ursachen für diese Entwicklung sind vor allem das geringe Fruchtbarkeitsniveau, wodurch die Elterngeneration nur noch zu einem Teil ersetzt wird, und die Abwanderung, vor allem von jüngeren, gut qualifizierten Menschen in das westliche Ausland.
Wenn die prognostizierten Entwicklungen nicht eintreten sollen, muss durch die Politik versucht werden, gegenzusteuern. Das ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen äußerst schwierig. Eine  Erhöhung der Geburtenzahlen würde eine deutlich höhere  finanzielle Unterstützung von Familien bedeuten und einen erheblichen Finanzbedarf generieren. Die Abwanderung von jungen Leuten kann nur gestoppt werden, wenn attraktive Arbeitsplätze mit guter Bezahlung und der entsprechenden Sicherheit geschaffen würden. Es ist offensichtlich, dass in nächster Zeit auf diesen Gebieten keine durchgreifenden Erfolge erzielt werden können.
Die Politik ist also gut beraten, wenn  die Ergebnisse der Bevölkerungsprognosen sehr ernst genommen und in alle Entscheidungen einbezogen werden. Im anderen Falle könnte es sein, dass heute Entscheidungen getroffen werden, die sich in einigen Jahren als falsch erweisen. Dabei kann insbesondere auf die Erfahrungen in Ostdeutschland zurück gegriffen werden.

(geschrieben im März 2009)

 


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