
Das Neueste
21. April 2012
Die Konferenz des BMWi in Alba Iulia zur 10jährigen Partnerschaft war erfolgreich, wie die Partnerschaft überhaupt: http://t.co/q1T2lXXL21. März 2012
Der PSB-Vertrag ist unterzeichnet. Die ManCom ist ab 30.3.12 wieder Partnerschaftsbeauftragte des Landes Brandenburg für die Region Centru.In aller Kürze
04.05.2012 Zentral-Rumänien gilt als Vorzeigeregion Partnerschaft mit Brandenburg besteht seit zehn Jahren - ein GTaI-Artikel. Mehr ...
12.01.2012 Wirtschaftstrend Rumänien Die Germany Trade and Invest veröffentlichte den Wirtschaftstrend für Rumänien (Jahreswechsel 2011/12). Der Bericht ist im Downloadbereich vorhanden. 02.11.2010 Informationsflyer: Land Brandenburg - Region Centru Mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten Land Brandenburg hat die Partnerschaftsbeauftragte zwei Flyer erstellt. Gedruckte Exemplare können Sie bei der ManCom anfordern (Kontakformular), Netzversionen gibt es im Downloadbereich. |
| Die Partnerschaftsbeauftragte über grundsätzliche Fragen der Zusammenarbeit der Regionen |
|
|
|
Was für eine Philosophie verfolgen Sie bei Ihrer Arbeit? Ich versuche aufzunehmen, welche Bedürfnisse tatsächlich da sind. Ich glaube, das ist das allererste, dass man die Menschen verstehen muss, indem was sie brauchen, und vielleicht auch in dem, was sie noch nicht wissen, dass sie es brauchen.
Wie erfüllen Sie die Partnerschaft mit Leben? Zu Beginn der Partnerschaft war das Echo sehr verhalten. Anfangs mussten wir erst einmal sondieren, wie die Ministerien in Brandenburg agieren wollen und können. Wir hatten aber im Vorfeld schon Initiativen entwickelt und gemeinsame Projekte angebahnt und konnten so relativ schnell die angedachten Ideen umsetzen. .... Dazu muss ich noch erwähnen, dass das Land Brandenburg auf Initiative von Ministerpräsident Platzeck 2007 einem Vertreter der Region Centru über ein Jahr lang in der Brandenburger Landesvertretung in Brüssel ein Büro zur Verfügung gestellt hat.
Treten die hiesigen Kreise, Kommunen und Institutionen an Sie mit konkreten Anfragen heran oder bieten Sie ihnen mögliche Konzepte an? Inzwischen treten sie an uns heran. Wir haben mit der Begleitung des Aufbaus der Agentur für nachhaltige Entwicklung des Kreises Kronstadt (ADDJB) begonnen. Unmittelbar nach einem großen Auftrag mit zwölf Kommunen aus dem Kreis Covasna, zeigte die Stadt Kronstadt Interesse an unserer Arbeit. Es ging um die Erarbeitung des integrierten Stadtentwicklungsplanes für Kronstadt und den Metropolenraum. Wir haben die Aktivitäten koordiniert, unter anderem auch deutsche Experten eingeflogen und die erste Phase im vergangenen November abgeschlossen. Auf welche Schwierigkeiten treffen Sie bei Ihrer Arbeit? Ich denke, es ist ganz wichtig, Vertrauen aufzubauen. Und dass man von Seiten des Beraters einen Vertrauensvorschuss gibt. Wenn man nicht an die Menschen glaubt, dann ist es sowieso vergeblich. Ich bin dabei auch Catalin Stanciu sehr dankbar, der mich häufig vor typisch „rumänischen Fettnäpfen“ gewarnt hat. Nicht ganz einfach sind auch die politischen Fallstricke. Besonders in den „ungarischen“ Kreisen ist die Situation nicht immer einfach. Da wird ein EU-Berater auch mal gefragt, wie er zu eigentlich sehr innenpolitischen Fragen steht. Wie sind Sie diesem Problem begegnet? Wir haben uns über all die Jahre immer bemüht, uns nicht in eine parteipolitische Schublade stecken zu lassen. Was wirklich nicht einfach ist in Rumänien. Mein Hauptinteresse gilt nach wie vor, egal in welchem Kreis ich arbeite, der Entwicklung der Region. Und auch nur so kann man auf der regionalen Ebene tatsächlich etwas voranbringen. Einer Partei oder einem Kreis den Vorzug zu geben, wäre kontraproduktiv. Ich bin Partnerschaftsbeauftragte für eine Region und deren Entwicklung liegt mir wirklich am Herzen. Sind die rumänischen Behörden auf die Beantragung von EU-Geldern vorbereitet? Man sieht, dass teilweise viel Zeit verschenkt wurde. Es gibt manchmal auch noch Probleme im Verständnis für die notwendige Qualität und Professionalität beim Einsatz von EU-Mitteln. Das macht mir auch sehr zu schaffen, da es ja letztlich um den Einsatz von viel Geld geht. Und gut ausgeführte Projekte mit nachhaltiger Wirkung, egal in welchem Bereich, müssten eigentlich im Interesse einer jeden Verwaltung, eines jeden Auftraggebers liegen. Im weitesten Sinne ist das auch nicht nur ein rumänisches Problem. Das ist ein Unterschied der Standards, nicht unbedingt zwischen deutschem und rumänischem Verständnis, sondern im Vergleich zu EU-Standards... Ja, genau. Da kommt es zu Situationen, wo verschiedene Auffassungen aufeinanderprallen. Es ist sehr schwer, die Verwaltung als Auftraggeber davon zu überzeugen, dass manche Dinge gründlicher und professioneller gemacht werden müssten. Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass man in anderen Mitgliedsstaaten der EU 50 Jahre lernen konnten. Die Zeit hat man in hier in Rumänien ja gar nicht. ... Man hört oft die Klagen von Bürgermeistern und auch von Kreisräten, dass die Bearbeitung von Projektanträgen sehr lange dauert. Was ist da dran? Anfangs war es sicherlich so, dass es Staus, Unkenntnis und notwendige Übungen geben musste. Jetzt ist es so, dass immer, wenn Programme ausgeschrieben werden, viele Projekte zur gleichen Zeit die Antrag annehmende Stelle erreichen. Dann sind natürlich die Prozeduren für EU-Fördermittel sowieso länger. Wir haben verschiedene Antrag annehmende Stellen – je nach Förderprogramm, die die Anträge nach vorgegebenen Regeln bearbeiten müssen. Und das dauert manchmal einfach auch zu lange. Viele sagen, in Rumänien müssen mehr Unterlagen eingereicht werden als anderswo... Das ist nicht richtig. Die Vorgaben sind europaweit einheitlich. Wie beurteilen Sie die Arbeit der Regionalagentur? Als wir mit dem ersten Twinningprojekt 2002 in der ADR Centru angefangen haben, gab es dort 14 Mitarbeiter. Heute ist es eine Institution mit rund 80 Mitarbeitern. Die Agentur ist für ihre exzellente Arbeit, sowohl von der Kommission als auch vom Ministerium für Regionale Entwicklung als beste zwischengeschaltete Stelle in Rumänien mehrfach ausgezeichnet worden. Heute hat die ADR Centru auch überhaupt keine Bedenken mehr, sich in internationale Projekte einzubringen. Die Agentur versucht wirklich im Interesse der Region, die Potenziale zu nutzen und das Beste, das heißt auch Geld herauszuholen. „Cotidianul“ hat vor einiger Zeit getitelt, dass die Region Centru mit rund 33 Prozent mit die höchste Absorptionsrate an EU-Mitteln hat. Bukarest liegt im Vergleich dazu bei 1,7 Prozent. Da liegen Welten zwischen. Vielen Dank für das Gespräch. Veröffentlichung mit
freundlicher Genehmigung. |



Auszüge aus einem Interview der Partnerschaftsbeauftragten mit der Allgemeinen Deutschen Zeitung, erschienen am 15.07.2009, Seite 3. Das Gespräch führten Holger Wermke (ADZ) mit Dr. Birgit Schliewenz.
