Das Neueste

21. April 2012

Die Konferenz des BMWi in Alba Iulia zur 10jährigen Partnerschaft war erfolgreich, wie die Partnerschaft überhaupt: http://t.co/q1T2lXXL

21. März 2012

Der PSB-Vertrag ist unterzeichnet. Die ManCom ist ab 30.3.12 wieder Partnerschaftsbeauftragte des Landes Brandenburg für die Region Centru.

In aller Kürze

04.05.2012

Zentral-Rumänien gilt als Vorzeigeregion

Partnerschaft mit Brandenburg besteht seit zehn Jahren - ein GTaI-Artikel. Mehr ...

12.01.2012

Wirtschaftstrend Rumänien

Die Germany Trade and Invest veröffentlichte den Wirtschaftstrend für Rumänien (Jahreswechsel 2011/12). Der Bericht ist im Downloadbereich vorhanden.

02.11.2010

Informationsflyer: Land Brandenburg - Region Centru

Mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten Land Brandenburg hat die Partnerschaftsbeauftragte zwei Flyer erstellt. Gedruckte Exemplare können Sie bei der ManCom anfordern (Kontakformular), Netzversionen gibt es im Downloadbereich.

Konkrete gemeinsame Projekte als Basis einer Partnerschaft Drucken E-Mail

Interview von Birgit Schliewenz mit Bürgermeister Andreas Claus (Stadt Uebigau-Wahrenbrück) zu einer Rumänienreise und daraus resultierenden Ideen

Herr Bürgermeister Claus, Sie haben Mitte September in Begleitung von Katrin Dehmel, Regional- und Leader-Managerin der LAG Elbe-Elster Kommunen im Kreis Covasna, in Rumänien, besucht. Wie kam es dazu?
Mein Interesse wurde im Mai 2009 durch den Besuch von acht Bürgermeistern geweckt, die auf der Suche nach Unterstützung und Möglichkeiten der Zusammenarbeit das Land Brandenburg besuchten. Nach dem Besuch der rumänischen Gäste in Uebigau-Wahrenbrück kam bald eine Einladung zum Gegenbesuch nach Rumänien bei uns an. Gemeinsam mit Katrin Dehmel, Regional- und Leader-Managerin der LAG Elbe-Elster, wollten wir  Möglichkeiten einer für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit sondieren und uns natürlich vor Ort einen Überblick über den Stand der Entwicklung verschaffen.

Was haben Sie sich angesehen und welche Eindrücke konnten Sie gewinnen?
Die drei Tage im Kreis Covasna waren ausgefüllt mit Gesprächen mit Bürgermeistern und Unternehmern, einer kleinen Rundreise durch die kleinen Kommunen sowie vielfältigen Informationen über das ländliche Leben in Rumänien, über Potenziale und Probleme vor Ort.  Ziel des Besuches war es, sich ein Bild von der Lage in der Region zu machen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wasser / Natur und Energie auszuloten.
Gab es Überraschungen? Welches Rumänienbild konnten Sie sich machen?
Ich war sehr angenehm überrascht von dem, was die rumänischen Kollegen schon auf den Weg gebracht haben. Wir besuchten Dörfer ohne zentrale Trinkwasserversorgung, die (noch) keine Kanalisation hatten, aber eine Breitband-Internetversorgung und ein hochmodernes Computerkabinett in der Schule vorweisen konnten und deren Direktor die kleine Delegation deutschsprachig führte. Sprachen lernen ist in Rumänien eine Selbstverständlichkeit, insbesondere in den Kreisen, in denen viele Kinder ungarischstämmiger Herkunft schon selbstverständlich mit zwei Sprachen, rumänisch und ungarisch, groß werden und schon ab der dritten Klasse deutsch und englisch lernen.
Bei Besuchen in anderen Kommunen, in denen stets die neuen Errungenschaften - mit Staats- und EU-Geldern finanzierte und modernisierte Schulen, Bürgermeisterämter, Kindergärten, neue Sporthallen -  vorgeführt wurden, erfuhren wir, dass in Rumänien üblicherweise jene Schüler, die nachweislich zu Hause keinen Computer haben, einen  Zuschuss von 75% für den Erwerb eines solchen vom Staat erhalten.
Sie haben Vorträge vor Ort gehalten? Um was ging es?
Wir haben zum Beispiel über unsere Erfahrungen mit der Entwicklung der LAEDER-Regionen aus dem Landkreis Elbe-Elster berichtet. Das Zusammenbringen von Akteuren, die Gewinnung von Unternehmern, die Schaffung von tatsächlichen win-win-Situationen und die kreative Nutzung der Mittel aus dem Europäischen Fonds für die Ländliche Entwicklung wurden interessiert aufgenommen.
Meine Erfahrungen bei der angestrebten Teil-Renaturierung der Schwarzen Elster führten zu einer lebhaften Diskussion in der Kommune Reci, die gerne ihren Schwarzen Fluss renaturieren möchte. Möglicherweise könnte aus der Renaturierungsabsicht ein europäisches Gemeinschaftsprojekt werden, denn beide Flüsse führen Hochwasser, sie sind für den Wasserrückhalt wichtig und die touristischen Potenziale renaturierter Flussläufe sind Optionen, um Lebensqualität vor Ort zu verbessern, kleine Gewerbebetriebe zu fördern und touristische Strukturen zu entwickeln.
Das klingt nach einigen konkreten Projektideen? Fast möchte man sagen: Projektideen kontra allgemeinen Partnerschaftsbekundungen ...
Richtig. Wir haben in Brandenburg vielfältige Erfahrungen mit Partnerschaften zwischen Gemeinden, Städten und Regionen. Die Besten dort, wo man sich auf konkrete gemeinsame Projekte verständigt. Das bringt für alle Partner Vorteile und ist nachhaltig. Einem erfolgreichen Projekt folgt in vielen Fällen gleich das nächste.
Ich würde gerne folgende Sachen initiieren: Schüleraustausche, Zusammenarbeit bei Projekten im ländlichen Raum, Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien, der Bildung und der Nutzung des ESF bei der Adaption von Arbeitskräften an die wirtschaftliche Situation des Kreises Covasna. Zudem prüfen wir Absichten von Unternehmern im Elbe-Elster-Kreis zur Kooperation oder Aktivitäten im rumänischen Kreis Covasna.
Wie soll das weiter gehen?
Im März 2010 werden die Bürgermeister aus Covasna nach Uebigau-Wahrenbrück kommen, um die Ideen für die Zusammenarbeit aus den Gesprächen im September 2009 konkreter und für beide Seiten verbindlicher zu verabreden.
Das ist übrigens ein Lernprozess. der nicht nur in eine Richtung verläuft. Was machen wir(!) in Deutschland zum Beispiel mit der Erfahrung, dass der rumänische Telefonanbieter ROMTelecom jeden auch noch so kleinen rumänischem Ortsteil mit einem kabelgebundenen Breitband-Internetanschluss ausgestattet hat.
Und so gibt es auf den vielfältigsten Gebieten Erfahrungen, die wir nutzen könnten. Erfahrungsaustausch als win-win-Situation.
Als Partnerschaftsbeauftragte des Landes Brandenburg werden wir diesen Prozess begleiten. Welche Erwartungen haben Sie an die PSB und an das Land in diesem Prozess?
Wir müssen nach dem ersten Kennenlernen zu verbindlichen Verabredungen kommen. Debattierclubs bringen uns langfristig nicht weiter. Dann sollten wir möglichst schnell klären, mit welchem(n) Projekt(en) wir beginnen wollen. Wir sind als Kommunen, die vor 20 Jahren selbst Hilfe empfangen haben, gern bereit unsere Erfahrungen weiter zu geben. Natürlich haben auch wir als Kommune mittlerweile nur begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen. Eine Kooperation zwischen der PSB und dem Regionalmanagement der LAG Elbe-Elster im Rahmen des gemeinsamen Projektmanagements halte ich daher für sehr sinnvoll. Dazu braucht es nach den politischen Absichtserklärungen auf beiden Seiten seitens der Landesregierungen konkrete Zusagen hinsichtlich der weiteren Projektunterstützung. Wenn etwas politisch gewollt ist, müssen auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass der Austausch entwickelt werden kann.
Wir danken für das Gespräch.

(Das Interview wurde im Dezember 2009 aufgezeichnet.)

 


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